Aktuelles September 2010

"Ein Netz, das trägt!" - Gottesdienst am Schuljahresanfang

"Ein Netz, das trägt!" - unter diesem Motto stand der diesjährige Gottesdienst zum neuen Schuljahr. Welche Netze in unserem Leben gibt es? Wie müssen diese Netze beschaffen sein? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt dieser Meditation, zu der alle HauptschülerInnen und BerufsschülerInnen sowie alle MitarbeiterInnen in die Klosterkirche eingeladen wurden. Der Pastoralkreise hatte diesen Gottesdienst sehr gut vorbereitet, anschaulich und erfahrbar. Deshalb durfte auch ein Netz nicht fehlen, das von SchülerInnen und KollegInnen geknüpft wurde. Am Schluss des Gottesdienstes segnete Sr. Amica, Oberin und Trägervertretung, Glaskreuze mit Engel oder Regenbogen, die fortan in den neu renovierten Klassenräumen der Hauptschule ihren Platz finden sollen - denn "Netze" können hin und wieder auch die Form eines Kreuzes haben.

Netze wollen auch selbst geknüpft werden!

"Und nächstes Jahr Wahlkampf!" - Neuer Jugendrat im Heilpädagogischen Heim gewählt

Jede Wohngruppe stellt zwei Vertreterinnen, die von den Gruppenmitgliedern in geheimer Wahl zum Schuljahresanfang alljährlich gewählt werden. Diese bilden zusammen den Jugendrat. In einer ersten Sitzung, die noch unter der Leitung von Sr. Christophora stattfand, wurden die beiden Vorsitzenden gewählt, sowie die Schriftführerin bestimmt. Dann ging die Gesprächsführung an die frisch gewählte erste Vorsitzende, Jaqueline Mahler, über. Ihr zur Seite steht die zweite Vorsitzende, Lea Samson. Moderatorin des Jugendrates ist Erziehungsleitung Gabi Fercher. Sie unterstützt die Jugendlichen bei Entscheidungsfindungen, hilft bei Themenfindung, schlichtet vielleicht auch  in Streitfragen etc. Die Veantwortung bleibt jedoch bei den Jugendratsmitgliedern selbst. Die Einrichtungsleitung nimmt an den Sitzungen nur auf Einladung teil. Als ersten Schwerpunkt setzte sich der neue Jugendrat, ein  Logo für das eigene Briefpapier neu zu entwickeln und die Jugendratssatzung zu überarbeiten. Der Jugendrat hat die Aufgabe Wünsche und Anregungen, aus den Gruppen aufzunehmen und das Leben auf Schloss Zinneberg mitzugestalten. Er beruft Foren ein, in dessen Rahmen sich alle Jugendlichen aus den Wohngruppen treffen, um verschiedene Angelegenheiten zu besprechen. Darüber hinaus haben die Vorsitzenden die Möglichkeit, zweimal im Jahr an der Gesamtkonferenz der KollegInnen des Heimes teilzunehmen und ihre Ideen, Wünsche, Kritikpunkte vorzubringen. Ein Vorschlag schon für das kommende Jahr: Ein Wahlkampf sollte sein! Warum eigentlich nicht?!

Der neue Jugendrat der Zinneberger Wohngruppen!

 

 

"Der Adlergraf ließ bitten!" - Teamentwicklung zu Beginn des neuen Kinder- und Jugendhilfejahres!

Es muss nicht immer eine Mitarbeiterschulung zur Teamentwicklung sein oder eine Schulung zur Organisationsentwicklung - oder was es sonst auf dem Markt der Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie gibt. Auf Schloss Zinneberg lässt hierzu 2010 der Adlergraf, d.h. Maximilian Graf Arco, ehemaliger Schlossbesitzer, bitten. Und sie kamen die Jäger, Böllerschützen, Senner, Sennerinnen, Falkner und Falknerinnen, eine Abordnung der "Grünen", höherer und nierigerer Adel, "Normale" - kurz: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schloss Zinneberg. Das diesjährige Mitarbeiterfest stand unter dem Motto "Der Adlergraf lässt bitten!". Während im vergangenen Jahr, die Kurfürstin Leopoldine bitten ließ, ging es diesmal zünftiger zu. Maximilian Graf Arco stand übrigens Ludwig Ganghofer Pate für seinen Film "Schloss Hubertus". Jener "etwas Jagd narrische" Graf Enke, der sogar einen Adlerhort über eine 60m lange Leiter ausheben wollte, hat sein Vorbild in Maximilian Graf Arco.

Adlerhorste wurden beim diesjährigen Mitarbeiterfest natürlich nicht ausgehoben, aber ansonsten war nahezu alles geboten für ein zünftiges Waid- und Wiesenfest. Angefangen bei einer Schnitzeljagd im Schlosspark, Halaliblasen, das Krachen von Böllern, Jagdtafel im Historischen Jagdsaal bis hin zu Lagerfeuer und Feuerwerk im Schlosspark war alles geboten. Und das Fest wurde auch stilvoll beendet mit einem Böllerschuss um Mitternacht (angemeldet natürlich bei der Ortsgemeinde). Die Jugendlichen staunten nicht schlecht, als sie so manche Kollegin und manchen Kollegen mal "so ganz anders" sahen. "Guat schauns aus!", so der Ruf aus dem ein oder anderen Fenster, als die Festgesellschaft daher zog. Wie gesagt: Teamentwicklung und Organisationsentwicklung einmal anders - aber um so schöner!  Ein letztes Mal gab sich bei diesem Waid- und Wiesenfest die Ehre Julia Krogler. Im Rahmen des Festes wurde sie nach 10jähriger Tätigkeit in einer heilpädagogischen Wohngruppe verabschiedet. Sie verlagert die Waid- und Wiesenpflege jetzt dann auf die Pflege eines kleinen, neuen Erdenbürgers. Dazu Gottes Segen und ein herzliches Waidfrausdank für allen Einsatz, alle Zuverlässigkeit und Mitgehen in unserer Dienstgemeinschaft!

 

  

Der Adlergraf ließ bitten - und sie kamen: die Falkner und Sennerinnen

  

die Böllerschützen und die höheren Adeligen

  

die Holzknechte und die Großbauern

 

die Freifrauen und die Gräfinnen, einschließlich Julia Krogler (Mitte), die sich nach 10jähriger Tätigkeit auf Schloss Zinneberg nicht mehr wundert....dass es immer noch ein bisschen schöner sein kann!

 

"Warum stolpern hin und wieder ganz nett ist!" - Einweihung der neuen "Mensa"!

Das war jetzt das letzte Mal, dass die Mensa "Mensa" genannt wurde, denn seit dem 22. September heißt diese "Scanzoni"!  So einfach. Nun ja, nicht ganz so einfach - eigentlich gar nicht, denn "Scanzoni" ist schon ein Zungenbrecher. Wenn es von nun an heißt: "Geh ma ins Scanzoni", dann ist das eine sprachliche Herausforderung. Eine kulinarische ist es nicht, das sei vorweg gesagt, denn die hervorragende Küche auf Schloss Zinneberg findet in den neuen Räumlichkeiten das passende Ambiente und die Auszubildenden, jenes realistische Übungsfeld, um das Ausbildungsmodul Service und Gemeinschaftsverpflegung zu trainieren!  Dank einer großzügigen Spende von Aktion Sternstunden, Firma Truma Gerätetechnik GmbH/ Putzbrunn  konnte diese Projekt in die Tat umgesetzt werden.

Alt und neu nebeneinander - keine Verwischungen!

Mit viel Sorgfalt und großem Gespür für Alt und Modern, hat Innenarchitektin Marlene Hörgstetter aus Antholing zusammen mit mit den KollegInnen der Haustechnik und den KollegInnen der Küche und der Ausbildung das "Scanzoni" geplant. Allen voran Sepp Würz, Hausmeister und Schreiner auf Schloss Zinneberg. So manches antike Möbelstück fand wieder einen Ehrenplatz, kombiniert mit modernem Mobiliar - echt, stilvoll. Besonders beeindruckend ist, dass es viele kleine Liebenswürdigkeiten im "Scanzoni" gibt, über die man "stolpern" sollte. Eine Beschreibung, die im Raum ausliegt, hilft bei diesem "Stolpern". So ist darin zu lesen, dass sich in der Eckbank aus Zinneberger Eichenholz, drei Schrotkugeln befinden oder dass die "neue" Eichentüre aus dem ehemaligen Kloster der Kontemplativen Schwestern stammt usw. Stilvoll sollte eben auch der Name sein, ein kleiner Zungenbrecher, der "stolpern" lässt -  "Scanzoni". Namensgeber waren die ehemaligen Zinnbergbesitzer  Baron Wilhelm und Albert Scanzoni zu Lichtenfels. Letzter war auch der Gründer des Kultur- und Verschönerungsvereins in Glonn, bekannt als leutselig, gemeinschaftsstiftend (n.s. Schlossgeschichte). Das Eingangschild, ein alter Spiegel aus "Klosterzeiten", gepackt in einen alten Rahmen und versehen mit dem Schriftzug "Grüß Gott im Scanzoni!", sagt das Wesentliche aus: "Reinstolpern" ins "Scanzoni"  mit den erlebten Freuden und Mühen des Alltags, sich selbst mitbringen und darauf vertrauen können, dass dort jeder und jede willkommen ist! 

Wer kann schon im "Scanzoni" lernen? Auszubildende auf Schloss Zinneberg!