Aktuelles Oktober 2009

 

Action pur! oder: "Zusammen" ist gefragt!

Zum zweiten Mal wurde auf Schloss Zinneberg der Action-Pur-Tag veranstaltet. Eigentlich ist es ein halber Tag, aber einer, der es in sich hat und damit die Bezeichnung "Tag" verdient. Alle Schülerinnen und Schüler sowie alle Auszubildenden auf Schloss Zinneberg nahmen am 5. Oktober daran teil. Verschiedene Stationen waren im ganzen Gelände aufgebaut. Bei allen ging es nicht um Schnelligkeit, oder: wer ist der Größte, Beste - sondern es ging darum unter Beweis zu stellen, welches Team zu Erfolg aufgrund von Zusammenhalt und gemeinsamer Organisation kam. Zu meistern war eine Übung im Zinneberger Sozialparcous, ein Geschicklichkeitsweg in der Turnhalle, ein Vertrauensspiel, Balanceakte mit Seilen und Ball, Geschmacksübungen und eine "Kocharena". Das Mittagessen musste an diesem Tag von den TeilnehmerInnen selbst zubereitet werden...und auch das war gleich ein sehr gutes Übungsfeld, um Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen. Jede Klasse musste sich in dieser Arena erproben. Auf dem Speiseplan stand eine Kartoffelsuppe, gekocht über offenem Feuer. Entsprechend galt es Feuer zu schüren, Gemüse zu putzen, zu schneiden, zu würzen etc. Das Ergebnis, dass mittags um 12 Uhr für alle Beteiligten und alle MitarbeiterInnen serviert wurde, konnte sich schmecken lassen. Action pur an diesem wunderschönen Herbsttag bei 27 Grad....und dazu eine dampfende Suppe!!

   

     

Action pur....auch beim verdienten Mittagessen vor dem Schloss


Eine halbrunde Sache!...und dennoch rund

Eine handwerkliche und technische  Meisterleistung war es, die Brücke im Seepark neu zu installieren. Schon im Winter, bei dickem Eis im Seepark, wurde die alte Brücke abgerisschen. Jetzt im Herbst kamen die Arbeiten rund um die neue Brücke zum Abschluss. In einer großen Aktion wurde der Bogen vom Ufer auf die Seeparkinsel "gespannt", dannach die Bretter über den Bogen gelegt und befestigt und dann wurde schließlich noch das erneuerte Geländer angebracht. Jetzt muss sich noch der See selbst einer "kosmetischen Procedur" unterziehen, d.h. er wird gesäubert und die Ränder müssen ausgebessert werden. Erstaunt war Sepp Würz, Hausmeister auf Schloss Zinneberg, als er beim Fischen im See eine große Menge von Muscheln entdeckte - ein Zeichen für die gute Qualität des Zinneberger Seeparkwassers. Ein herzliches Danke vor allem unserer Haustechnik, die sich wieder einmal so engagiert "ins Zeug" legte und auch auf diese Weise immer ihr "Action pur" hat.

Die Seeparkbrücke - so etwas wie ein Zinneberger Wahrzeichen!


Bereitschaft zur Hilfe ist gefragt !

Miit Recht und Empörung lassen uns Katastrophen menschlicher Ausbrüche, erfahren (wieder einmal) bei jenem unfassbaren Mord in Solln oder bei dem Amoklauf in Ansbach, aufhorchen, ja aufschrecken.  Ist die Jugend verroht? Nimmt die Gewaltbereitschaft? Und: Nimmt couragierte Hilfe ab, wie im Fall von Solln, als eine Gruppe von Menschen zusah, wie ein Mann totgeprügelt wurde? Untersuchungen zeigen dass Gewalttätigkeit zwar abnimmt, aber die Hemmschwelle für extreme Gewalttätigkeit eher schwächer wird. Unser Mitleid und Mitgefühl gilt den Opfern und Angehörigen, unser Respekt dem Mann, der sich Gewalt gegenüber Wehrlosen entgegen stellen wollte und dabei mit seinem Leben bezahlen musste. Fassungslosigkeit, auch Abscheu, Ringen nach Antworten steht im Zusammenhang mit den jugendlichen Tätern.

Der Mord in Solln wirft die Frage nach dem Thema "Hilfsbereitschaft" in zweifacher Hinsicht auf. Auf der einen Seite der Mann, der sich alleine vor wehrlose Kinder stellte und dabei ums Leben kam. Auf der anderen Seite Menschen, die  ihm nicht zur Hilfe eilten, nicht zur Seite standen. An diesem Thema scheiden sich die Geister, wie es scheint, wann, wer bereit ist, Hilfe zu leisten, einzugreifen, trotz einer Vielfalt von soziologischen oder sozialpsychologischen Untersuchungen. "Zuschauen, sich abseits halten, abwarten..." - bei aller Verantwortung auch gegenüber dem eigenen Leben - die Individualität, das Persönlichkeitsrecht des Einzelnen darf sich nicht verlieren in Anonymität, in einem Grundton, der vielleicht lautet "das geht mich doch nichts an!". Auch, wenn solche Fälle wie in Solln Extremformen darstellen in puncto "Einstehen füreinander, Hilfe dem anderen" etc. der Grundton in allen Situationen des Lebens muss lauten: Wir Menschen sind auf einander angewiesen und tragen Verantwortung, Mitverantwortung. Dort wo ich stehe und lebe bin ich gefragt, müssen wir uns gegenseitig Mut machen und unterstützen!

Zum Thema "Hilfsbereit bzw. Bereitschaft zur Hilfe" noch eine andere Anmerkung, von einer ganz anderen Richtung her - aber auch aktuell! Die Frage nach der Notwendigkeit und dem Sinn von Heimunterbringung erhielt dieser Woche einen merkwürdigen Zug, angesichts eines Zeitungsartikels, der von erneuten geplanten Sparmaßnahmen in der Landeshauptstadt München berichtete. In diesem Artikel der SZ vom 16.9. 09 wird von weiteren Sparmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe der Landeshauptstadt München berichtet. Diese sollen angeblich darauf abzielen, Kosten für Heimunterbringung  nochmals zu senken (was in den letzten Jahren bereits geschehen ist) und im Gegenzug mehr Familienhilfe einzusetzen. Der Schreiber des Artikels berichtet, dass Münchner Träger von Heimen darauf empört reagierten, auch "weil ihnen dadurch Geld durch die Lappen gehe", wie es wortwörtlich hieß. Die journalistische Freiheit eingerechnet, die redaktionellen Rahmenbedingungen, die Themen nicht immer erschöpfend und diffenziert  behandeln lassen - solche journalistischen "Blüten" sind alles anderes als hilfreich! 

Träger von Kinder- und Jugendhilfe betreiben "ihr Geschäft" nicht, um zu lukrativen Einnahmen zu kommen, sondern ausschließlich aus dem zutiefst ethischen Anspruch der Hilfsbereitschaft im wahrsten Sinne des Wortes. Alles andere hat/hätte keinerlei Bestand in dieser "Branche"!  Dass Träger der Kinder- und Jugendhilfe ihre Einrichtungen nach unternehmerischen Gesichtspunkten führen müssen, ist selbstverständlich. Das sind sie dem Steuerzahler, d. h. dieser Gesellschaft, das sind sie vor allem den von ihnen betreuten Menschen und auch ihren MitarbeiterInnen schuldig!  Wertorientiertes Management heißt die Antwort, nicht verantwortungsloses Managergetue - wie es nach wie vor zu Tage tritt und nur mehr anwidert;  Gleiches, wenn sich Politik zur rechten Zeit windet und biegt bei der Frage nach der Ursache dieser Profit-Krise und "schonende" Lösungen dafür sucht.

Bereitschaft zur Hilfe für Kinder und Jugendliche in Krisen oder von Krisen bedroht, das heißt in der täglichen Arbeit in den einschlägigen Einrichtungen gezieltes pädagogisches Alltagshandeln, das heißt Hilfeplanverfahren zusammen mit dem jeweiligen Jugendamt, das heißt kontinuierliche Erziehungsplanung, das heißt engste Zusammenarbeit mit Schulen, Betrieben, Ämtern, Behörden, das heißt ein verantwortungsvolles Hinschauen, Erkennen und Handeln der pädagogischen Fachkräfte. Es ist bestimmt auch dem Stadtjugendamt München bekannt bzw. es ist/muss eine Handlungsmaxime sein, um nochmals auf besagten Artikel zu kommen, dass der einzelne junge Mensch mit seiner persönlichen Situation Maßstab der "Hilfsbereitschaft" ist, d.h. Maßstab für die jeweilige spezielle Hilfsmaßnahme, die von kostengünstigerer Familienhilfe bis hin zu teurer Heimunterbringung sich erstrecken kann. Ja, Hilfsbereitschaft ist gefragt, aber richtige!!

 

"Zinneberg ist mitunter drin, auch wenn's nicht drauf steht!" - Neue Angebote der Kinder- und Jugendhilfe auf bzw. außerhalb von Schloss Zinneberg

Mit dem Schuljahr 2009/2010 hat Schloss Zinneberg eine weitere Außenstelle mit dem Angebot von Jugendsozialarbeit an Schulen an der Grundschule St. Konrad in Haar. Herr Florian Raiß übernimmt die Aufgabe des Jugendsozialarbeiters an dieser Schule. Dieses Angebot hat zum Ziel, Kinder im Schulalltag sozialpädagogische zu begleiten durch Beratung, Hilfen bei  Konfliktbewältigung, spezielle Trainings im sozialen Bereich. Ein weiteres Ziel ist, Lehrkräfte pädagogisch zu beraten und zu stützen. Bei Bedarf vermittelt der Jugendsozialarbeiter auch zwischen Kindern und Eltern und gibt Hilfestellung, die Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. 

Mit diesem Angebot in der Grundschule St. Konrad in Haar erweitert sich dieser Bereich auf die dritte Stelle im Rahmen von Jugendsozialarbeit an Schulen. Neben dem Angebot in der Zinneberger Haupt- und Berufsschule selbst, geleitet durch Kurt Altmann, bietet Schloss Zinneberg dieses auch an in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Förderzentrum (SPFZ) in Poing, geleitet von Nicolle Güra. Neu am SPFZ ist in diesem Jahr die so genannte "Gebundene Ganztagesschule". Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung Schloss Zinneberg steigt in diese schulische Maßnahme durch spezielle außerschulische Bildungsangebote ein. Für diese neuen Maßnahmen alles Gute und Gottes Segen!

Jugendsozialarbeit geht es u.a. auch um sinnvolle Pausengestaltung - damit Lernen wieder leichter geht!