Aktuelles Dezember 2009

 

Es "adventelt" - Zinneberger Adventsmarkt

Es ist sicher kein geläufiges Wort - "adventelt". Es "weihnachtet", das ja - aber "adventeln"? Auch wenn es außergewöhnlich klingen mag, für uns auf Schloss Zinneberg ist es wichtig, den Advent, Advent sein zu lassen, um in ihm wirklich das zum Ausdruck zu bringen, was er sein möchte: eine Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest! So ist auch der Zinneberger "Weihnachtsmarkt", kein "Christkindlmarkt", sondern ein Adventsmarkt. Klein, aber fein möchte er alljährlich sein und einen besinnlichen Akzent setzen. Das liegt an seiner Überschaubarkeit, an dem einmaligen Ambiente im ehemaligen Ökonomiehof des Schlosses, die liebevolle Gestaltung der Stände und des Platzes durch Olga Reischl, der Verantwortlichen für den Klosterladen und den meditativen Einlagen. In diesem Jahr viel der Markt direkt auf den 6. Dezember. Das war Anlass für Gunda Winkler, den Besuchern einiges über das Wesen des Heiligen Nikolaus zu erzählen. Vom Erkerfenster des Schloss aus erzählte sie, musikalisch umrahmt von den "Zinneberger Bläser",Sepp Würz, Simone Schwarz, Leni Baumgartner, Traudl Albert und Regina Kaiser.....und alle hörten zu!!! Natürlich kann man nicht nur über den Nikolaus erzählen, meine Gunda Winkler, "der muss schon auch kommen!" Und das tat er. Mit einem kleinen Engel zusammen ging er über den Markt und verteilte, wie es sich gehörte, Mandarinen, Nüsse und fromme Sprüche. Wer hinter dem Heiligen steckte? - Natürlich "der echte heilige Nikolaus" selbst!

      

Der Zinneberger Adventsmarkt - "er hat schon was!"

Auch schon zum "guten, alten Brauch", aber mit um so mehr Dynamik und "Taktgefühl" gehört das Adventskonzert des Evangelischen Kirchenchores unter der Leitung von Rita König nach dem Zinneberger Adventsmarkt. Ein "bunter Gabenteller" an Liedern hatten sie wieder einmal gekonnt zusammen gestellt, den sie in der bis zum letzten Platz gefüllten Klosterkirche präsentierten. Gelebte Ökumene! So gefällt es dem Heiligen Nikolaus....und nicht nur ihm!

Ökomene mit echtem "Taktgefühl", der evangelische Kirchenchor unter Leitung von Rita König beim Adventskonzert

 

Hirten sind "kantig"! - Die Vorweihnachtszeit auf Schloss Zinneberg in ihrer Vielfalt.

Pünktlich zur Weihnachtsfeier der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde er fertig der neue "kantige Weggeselle". Holzbildhauer,Manuel Kuthan aus Glonn, hat ihn mit viel handwerklichem Können und großem künstlerischen Talent hergestellt. Er fehlte noch, der Gute Hirte unmittelbar erfahrbar, sichtbar. Was das Leitbild als zentralen Satz herausstellt -die Liebe des Guten Hirten erfahrbar und sichtbar machen-das ist jetzt auch direkte Realtität geworden mit dieser wunderschönen Holzskulptur. Vor fast zwei Jahren ließ ein gewaltiger Sturm einen mächtigen Eichenast im Zinneberger Seepark abbrechen. Kuthan sah bei einem Spaziergang den Baum liegen und fasste den Entschluss anzufragen in Zinneberg, ob er daraus etwas schnitzen dürfte. Eines war ihm dabei klar "der Baum muss in Zinneberg bleiben" - und das tat er.

Die Entscheidung war schnell gefällt: ein guter HIrte sollte es werden. In einigen Gesprächen zusammen mit Sr. Christophora, Einrichtungsleitung, war der "künstlerische Weg" schnell abgesteckt: Manuel Kuthan schlug vor, einen "jungen Hirten" zu schnitzen, keinen barocken. Bei Regen und Schnee wurde der neue Weggefährte von Schloss Zinneberg feierlich enthüllt und  gesegnet. "Aber einen Hirten hält kein Wetter auf!", wie Sr. Amica, Trägervertretung und Oberin, den Mitarbeiterinnen un Mitarbeiter zurief. Die Skulptur drückt auf einmalige Art und Weise aus, was das Wesen des Hirten-Auftrages ist, gültig für den Einzelnen oder für eine Dienstgemeinschaft:

Unser Zinneberger Hirte ist nicht glatt gehobelt, erscheint sogar etwas unfertig. So ist es - wir sind unterwegs, müssen uns immer wieder auf neue Situationen einstellen, neuen Herausforderungen gewachsen sein. Im Auftrag des Guten Hirten unterwegs sein heißt, "griffig" zu sein, nicht glatt, nicht "zu perfekt". Mit diesem Hirten ist man nicht zu schnell fertig, er will immer wieder neu entdeckt werden. Die jugendliche Darstellung des Hirten verweist auf die Dynamik, die wir unserer Arbeit immer wieder geben müssen, die Ideen, die Kreativität, die unseren Auftrag beflügeln soll. Doch dabei stehen die Füße fest auf dem Boden!  Eine großartige bildhauerische Leistung mit ungemein viel Einfühlungsvermögen in die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Schloss Zinneberg drückt der "kantige Geselle" aus. -Eine Kollegin: "Ich mein grad, er ist schon immer da gestanden!"

Ein "kantiger Weggefährte" - die neue Gut-Hirten-Skulptur auf Schloss Zinneberg

Die Weihnachtsfeier am 10.12.09  in diesem Jahr stand ganz unter dem Motto "als Guter Hirte unterwegs" - das sollte durch die verschiedenen Stationen auch nochmals bewusst werden. Nach der Segnung des Hirten durch Pater Josef Kuz, ging es weiter in die Klosterkirche zu einer Gut-Hirten-Andacht und von dort dann in den Historischen Jagdsaal, der für diesen Anlass sich in eine Art Hirtenfeld verwandelte. Die MitarbeiterInnen der Küche hatten zusammen mit den Auszubildenden ein Hirtenessen vorbereitet und die Hauswirtschaft schmückte das "Hirtenfeld" entsprechend. Zu einer letzten Station traf man sich (wegen des Wetters nicht im Freien) in der Schulaula zu einem "Hirtentrunk" und zum obligatorischen Jahresrückblick in Bild und Musik. Und........auch in diesem Jahr war dann der endgültige Ausklang in der Räuberhöhle (Schreinerwerkstatt), wo Manuel Kuthan und Leni Baumgartner, Ausbilderin auf Schloss Zinneberg, ihr musikalisches Können im wahrsten Sinne des Wortes mit Zither und Hackbrett zum Klingen brachten. Da staunten sie die Räuber und die Hirten. Fazit dieser Weihnachtsfeier: Es gibt schon ungemein nette, "kantige" Hirten und Hirtinnen auf Schloss Zinneberg....die Räuber eingeschlossen.

      

Lagern auf dem Hirtenfeld - ein Buffet der "anderen Art", zusammen gestellt von Ausbildern und Azubis

Die Auszubildenden hatten ebenfalls "ihre" Weihnachtsfeier am 17.12.09, bei der die Rollen vertauscht waren: Die Ausbilder übernahmen nicht nur den Service, sondern hatten sich auch eine "jugendgemäße" Feier überlegt. Ausbilder Bernhard Hinterseherverwandelte sich in "Günther" und lud die Azubis und alle Gäste dazu ein, sich als "Zinneberg Meister" zu erproben. Die Sendung "Wer wird Millionär" wurde kurzerhand von ihm umgewandelt in "Wer wird Zinneberg-Meister". Nicht Millionen, aber eine bunte Vielfalt an Weihnachtsgeschenke konnte auf amüsante Weise erworben werden. Hinterseher erwies sich, assistiert von Irmgard Rieger, Ausbildungsleitung, als absolutes Schauspieltalent und entsprechend begeistert waren Spieler und "Milionenpublikum". Bei Punsch, Plätzchen und einer Bildschirmpräsentation auf der neuen Zinneberger Großleinwand (Jahresrückblick - "Als Lehrling auf Schloss ZInneberg unterwegs") fand diese gelungene Weihnachtsfeier ihren Ausklang! Gut-Hirten-Dasein nach dem Motto: Leben in Fülle!

Simone möchts wissen: "Wer wird Zinneberg-Meister?", assistiert von "Günther" Hinterseher und Leni Baumgartner

Und noch einmal wurde das Gut-Hirten-Thema ganz praktisch sichtbar: Unsere Kinderkrippe "Guter Hirte" meldete sich auch in diesem Jahr für ein so genanntes "Adventsfenster", eine Aktion der Marktgemeinde Glonn. Am 17.12.09 luden die großen und kleinen Hirten der Sternfunken- und Sonnenstrahlgruppe ein, zum Öffnen des Adventsfensters. Die Idee war heuer, dass jedes Kind ein Schäfchen mitbringen sollte und so waren da 24 große, kleine, mittlere, dicke, dünne Schäfchen zu sehen. Leider kann nicht das Jauchzen und Lachen der Kleinen in diesem Text "eingefangen" werden, als die Kinder ihre Schafe im erleuchteten Fenster entdeckten. Kinderkrippenleitung, Birgit Halik und ihre Kolleginnen zeigten mit dieser netten Aktion, dass es keine Altersbegrenzung gibt, das Leitbild in die Wirklichkeit zu holen: Die Liebe des Guten Hirten erfahrbar und sichtbar machen!

"Wo ist mein Schaf?" - Keines ist verloren!

Und noch einmal war auf Schloss Zinneberg, Gut-Hirten-Weihnachten realitätsnah! Die Jugendlichen aus den Wohngruppen luden, wie in jedem Jahr, zu einem vorweihnachtlichen Theaterspiel alle Bereiche des Hauses ein. Unter der Leitung der Kolleginnen Simone Thußbaß, Marion de Flers und Petra Sackstetter studierten die Jugendlichen in diesem Jahr ein modernes Krippenspiel ein "Sag, wo ist Bethlehem?" Zum Inhalt: Eine Jugendliche nimmt das Nebeneinander-Herleben ihrer Familie schmerzlich wahr. Gerade an Weihnachten kommt ihr das zu Bewusstsein. Auch die Party der Freunde mag sie über diesen Kummer nicht hinwegtrösten, auch nicht die Begegnung mit einem Mann, der in Geld und Besitz seine Größe sieht. Sie sieht eine Werbung in einem Schaufenster mit dem Titel: "Sag, wo ist Bethlehem?" Und so macht sie sich auf die Suche....bis sie es findet. "Wo Wärme und Geborgenheit ist, wo Friede wohnt - da ist Bethlehem!", so stellt das Mädchen in dem Spiel schließlich fest. Und das wünsche ich uns allen, diese Wärme und Geborgenheit, diesen Frieden im Herzen zu erfahren und diese auch weiter zu schenken.....nicht nur an Weihnachten!

"Sag, wo ist Bethlehem?" - Jugendliche der Theatergruppe stellten diese Frage...und finden sie hoffentlich oft beantwortet!